Schlechtes Autotuning
Wir begegnen im Alltag Hunderten von Fahrzeugen. Die meisten fallen uns nicht besonders auf. Es sind eben Autos. Bei vereinzelten Fahrzeugen hebt sich aber unser Blick oder der Kopf wandert mit den Augen ein wenig mit. Ein Detail, besondere Auto-Teile oder die gesamte Erscheinung des Autos hat unsere Aufmerksamkeit erregt und unseren Blick gefesselt. In vielen Fällen folgt unser Blick dabei einem getunten Auto. Manchmal macht sich ein bewunderndes und anerkennendes Gefühl in uns breit. Manchmal fragt man sich aber nur, was den Besitzer eigentlich geritten hat, sein Auto so zu verschandeln.
Tuning ist eine Kunst
Die Beispiele für schlechtes Tuning sind leider zahlreich. Wer kennt sie nicht? Da sind die Kleinwagen mit übergroßen angeschraubten Spoilern oder wilder Kriegsbemalung mit auffälliger Lackierung. Autos mit tiefergelegten beinharten Fahrwerken mit Reifen, die bei
jeder Kurve an den Radhäusern schleifen. Alte Karren mit röhrenden Sportauspuffanlagen mit Durchmessern von Abwasserrohren an einem 1600-ccm-Motor und polierten Leichtmetallfelgen mit Superbreitreifen, die den Gesamtwert des Fahrzeuges übersteigen. Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Den Besitzern ist nur eines gemeinsam: Sie möchten sich gerne irgendwie von der Masse abheben und ihr Fahrzeug in besonderer Optik erscheinen lassen. Das ist nicht zu beanstanden und eigentlich auch eine gute Absicht. Es zeigt Kreativität und den Willen zur Veränderung. Die Fahrer von misslungenen Tuningversuchen finden sich in allen Altersklassen, jedoch ist der Anteil der jungen und ganz jungen Fahrzeugeigentümer besonders hoch. Tuning ist eine Kunst, die viel Erfahrung benötigt und nicht mit dem Geldbeutel und dem Akkuschrauber zu erlernen ist. Gute Tuner haben einen Blick für Harmonie. Sie bauen ein Auto nicht um, sondern sie gestalten es. Das Fahrzeug bleibt erhalten, aber es ändert seinen Charakter. Es wirkt, edler, sportlicher, gediegener und hat eine andere Ausstrahlung. Mit ein paar Billigteilen als Blenden oder Spoiler aus dem Baumarkt kann ein solches Image nicht erzeugt werden.
Die Zusammenstellung von Tuningmaßnahmen
Ein guter Tuner hat das fertige Auto schon vor Beginn seiner Arbeit vor Augen. Er probiert nicht herum, sondern überprüft am Ende lediglich die eingetretene Wirkung mit seinen Erwartungen. Beim Tuning kann das Ergebnis nur gut aussehen, wenn alle Maßnahmen zum Fahrzeug passen und die Einzelmaßnahmen wiederum aufeinander abgestimmt sind. Die Fachleute sprechen davon, dass die Gesamterscheinung stimmig sein muss. Stimmig muss auch der Einsatzzweck des Autos sein. Ein Umbau eines Fahrzeuges für die Rennstrecke ist in der dort herrschenden Umgebung sicher stimmig. Das gleiche Tuning im normalen Straßenverkehr wäre nicht stimmig. Der Frontspoiler würde wohl nicht lange leben, sondern bald an einer Bordsteinkante zersplittern. Auspuffanlage und Ölwanne wären beim Zustand der heutigen Straßen ebenfalls von kurzer Lebensdauer gekennzeichnet. Von Alltagstauglichkeit der oft verwendeten Schalensitze mit Hosenträgergurten braucht man gar nicht erst zu sprechen. Es kommt für die Stimmigkeit also auch auf den Einsatz des getunten Fahrzeuges an.
Beratung gegen schlechtes Tuning
Für schlecht gemachtes Tuning muss niemand mehr Verständnis aufbringen. Wie es sauber gemacht wird, ist in Fachzeitschriften und Fernsehsendungen überall zu sehen. Die Vermeidung der meisten Tuningfehler wäre durch eine fachkundige Beratung möglich. Gute Tuner raten von übertriebenen oder nicht praxistauglichen Maßnahmen ab und schlagen Alternativen vor. Viele Fachbetriebe für die Veredelung von Autos sind in den letzten Jahren entstanden. Dort findet man die Leute mit dem gewissen Künstlerblick, der für ein ästhetisches Tuning nötig ist. Sie verfügen über die Erfahrung aus vielen Tuningmaßnahmen und sind auch in der Beratung für die Zulässigkeit der Autoteile und Tuningumbauten versiert. Einige Veränderungen am Fahrzeug können die Betriebserlaubnis erlöschen lassen. Das liegt meist an Billigteilen von nicht autorisierten Zulieferern, die ihre Anbauteile nicht beim Kraftfahrtbundesamt testen und zertifizieren lassen. Versierte Autotuner bewahren ihre
Kunden vor solchen teuren und vielleicht auch gefährlichen Produkten.